Monday, 23 April 2007

Umberto Eco

Excerpt from D. PHILIP CARNEY Tropological Language (Forthcoming, 2008)

A semiotic perspective on the interpretation of metaphor, which views the phenomenon as an unstable or dynamic sign, is offered by the philosopher, historian and semiotician Umberto Eco in his 1984 book ‘Semiotics and the Philosophy of Language’. Eco’s treatment is interesting not only for the semiotic lexicon he brings to the discussion of metaphor, but also for the depth to which he plumbs Aristotle’s original theory, in doing so demonstrating a clear link between many modern theories of metaphor and the classical theory which was proposed by Aristotle over two thousand years ago. In particular, I draw from Eco’s analysis a significant parallel between Aristotle’s theory and the dynamic type hierarchy (DTH) model of Eileen Cornell Way, a modern computational theory which I shall consider in some depth later in this chapter. In general, Eco makes a somewhat uncharitable (though well-argued) claim that mirrors, in its dismissive sweep, White-head’s famous reduction of the European philosophical tradition to ‘a series of footnotes to Plato’:

" ... of the thousands and thousands of pages written about the metaphor, few add anything of substance to the first two or three fundamental concepts stated by Aristotle. In effect, very little has been said about a phenomenon concerning which, it seems, there is everything to say." [Eco, 1984]

In Eco’s opinion, then, the basic metaphor research agenda was initially founded by Aristotle, and most thought that has since followed on the subject has remained largely faithful to the tenets established therein. The idea that a well-structured concept hierarchy in itself provides a suitable basis for metaphor interpretation (what Eco might himself call the Porphrian Fallacy) has, as a result, become somewhat of a mind-set to researchers in the field, as can be witnessed by the number of different theories which depend, ultimately, on either an explicit or implicit taxonomy of world knowledge, against which the operations of metaphoric analysis can be conducted (I say implicit here as even the features employed in markerese schemes such as that of Aarts & Calbert can be viewed as the superordinates of an ontological world model).

However, if most metaphor researchers are caught in the grasp of an idae fixe, Eco’s own perspective is not itself entirely untrammelled by this fixation of vision. This is apparent from the five semiotic rules he provides to sketch a basic interpretation process (note: Eco seems to describe here an interpretative process for dealing with metaphors in which the tenor is not explicitly provided, but has to be eked out of the narrative context; for instance, the "house of the birds" refers to, but does not mention, the sky):

1) Derive a componential representation of the vehicle, focusing on those components (markerese features, slots, attributes, predicates, etc.) which are deemed germane in the current co-text (narrative context).

2) Look abductively in the encyclopaedia (world knowledge-base) for some other sememe (concept symbol) that possibly shares some of the focused properties of the vehicle, but exhibits other, interestingly different properties of its own (presumably these interesting differences supply the emotive tension of the metaphor). The sememe found in this way is a plausible candidate for the tenor of the metaphor.

3) Try to link the opposing (interestingly different) properties of tenor and vehicle via a shared superordinate in the knowledge-base taxonomy. Pre-sumably, such a link legitimises the opposition and thus the metaphor.

4) Evaluate the metaphoric reading. The higher up the knowledge-base taxonomy these oppositions are united, the more interesting the metaphor is deemed. Presumably, this is a criterion for establishing metaphoric quality, inasmuch as the more obscure the opposition, the more novel the metaphor will seem.

5) Establish new predications - attributions - relations in the tenor as a result of the metaphor, ‘so as to enrich the cognitive power of the trope’.

On the whole, Eco’s five rules put forward a liberal agenda for metaphor interpretation, one that acknowledges its cognitive centrality and rôle in acquiring new conceptual structure. My only complaint with his formulation, as suggested previously, is that it is not entirely free of the taxonomic mind-set which I consider a failing in other models of metaphor. Steps three and four of his scheme should (and can) be generalised so as to avoid unnecessary commitment to omnicompetent concept hierarchies. Determination of a shared superordinate is not the only plausible manner in which an opposition of interestingly different properties in the tenor and vehicle may be reconciled; they may instead share some common attributions, partake in the same predications in the same contexts, etc., or indeed, the commonality may not be explicable at the symbolic level at all before the metaphor is interpreted, if the perspective of Harnad is the correct one to adopt.

Über Lüge und Wahrheit im außermoralischen Sinn

Excerpt from FREDRICHE NIETZSCHE Über Lüge und Wahrheit im außermoralischen Sinn [On Truth and Lies in an Extra-moral sense]

1.

In irgend einem abgelegenen Winkel des in zahllosen Sonnensystemen flimmernd ausgegossenen Weltalls gab es einmal ein Gestirn, auf dem kluge Thiere das Erkennen erfanden. Es war die hochmüthigste und verlogenste Minute der ,Weltgeschichte": aber doch nur eine Minute. Nach wenigen Athemzügen der Natur erstarrte das Gestirn, und die klugen Thiere mussten sterben. --

So könnte Jemand eine Fabel erfinden und würde doch nicht genügend illustrirt haben, wie kläglich, wie schattenhaft und flüchtig, wie zwecklos und beliebig sich der menschliche Intellekt innerhalb der Natur ausnimmt; es gab Ewigkeiten, in denen er nicht war; wenn es wieder mit ihm vorbei ist, wird sich nichts begeben haben. Denn es giebt für jenen Intellekt keine weitere Mission, die über das Menschenleben hinausführte. Sondern menschlich ist er, und nur sein Besitzer und Erzeuger nimmt ihn so pathetisch, als ob die Angeln der Welt sich in ihm drehten. Könnten wir uns aber mit der Mücke verständigen, so würden wir vernehmen, dass auch sie mit diesem Pathos durch die Luft schwimmt und in sich das fliegende Centrum dieser Welt fühlt. Es ist nichts so verwerflich und gering in der Natur, was nicht durch einen kleinen Anhauch jener Kraft des Erkennens sofort wie ein Schlauch aufgeschwellt würde; und wie jeder Lastträger seinen Bewunderer haben will, so meint gar der stolzeste Mensch, der Philosoph, von allen Seiten die Augen des Weltalls teleskopisch auf sein Handeln und Denken gerichtet zu sehen.

Es ist merkwürdig, dass dies der Intellekt zu Stande bringt, er, der doch gerade nur als Hülfsmittel den unglücklichsten delikatesten vergänglichsten Wesen beigegeben ist, um sie eine Minute im Dasein festzuhalten; aus dem sie sonst, ohne jene Beigabe, so schnell wie Lessings Sohn zu flüchten allen Grund hätte. Jener mit dem Erkennen und Empfinden verbundene Hochmuth, verblendende Nebel über die Augen und Sinne der Menschen legend, täuscht sie also über den Werth des Daseins, dadurch dass er über das Erkennen selbst die schmeichelhafteste Werthschätzung in sich trägt. Seine allgemeinste Wirkung ist Täuschung -- aber auch die einzelsten Wirkungen tragen etwas von gleichem Charakter an sich.

Der Intellekt, als ein Mittel zur Erhaltung des Individuums, entfaltet seine Hauptkräfte in der Verstellung; denn diese ist das Mittel, durch das die schwächeren, weniger robusten Individuen sich erhalten, als welchen einen Kampf um die Existenz mit Hörnern oder scharfem Raubthier-Gebiss zu führen versagt ist. Im Menschen kommt diese Verstellungskunst auf ihren Gipfel: hier ist die Täuschung, das Schmeicheln, Lügen und Trügen, das Hinter-dem-Rücken-Reden, das Repräsentiren, das im erborgten Glanze Leben, das Maskirtsein, die verhüllende Convention, das Bühnenspiel vor Anderen und vor sich selbst, kurz das fortwährende Herumflattern um die eine Flamme Eitelkeit so sehr die Regel und das Gesetz, daß fast nichts unbegreiflicher ist, als wie unter den Menschen ein ehrlicher und reiner Trieb zur Wahrheit aufkommen konnte. Sie sind tief eingetaucht in Illusionen und Traumbilder, ihr Auge gleitet nur auf der Oberfläche der Dinge herum und sieht ,Formen', ihre Empfindung führt nirgends in die Wahrheit, sondern begnügt sich Reize zu empfangen und gleichsam ein tastendes Spiel auf dem Rücken der Dinge zu spielen. Dazu lässt sich der Mensch Nachts, ein Leben hindurch, im Traume belügen, ohne dass sein moralisches Gefühl dies je zu verhindern suchte: während es Menschen geben soll, die durch starken Willen das Schnarchen beseitigt haben. Was weiss der Mensch eigentlich von sich selbst! Ja, vermöchte er auch nur sich einmal vollständig, hingelegt wie in einen erleuchteten Glaskasten, zu percipiren! Verschweigt die Natur ihm nicht das Allermeiste, selbst über seinen Körper, um ihn, abseits von den Windungen der Gedärme, dem raschen Fluss der Blutströme, den verwickelten Fasererzitterungen, in ein stolzes gauklerisches Bewusstsein zu bannen und einzuschliessen! Sie warf den Schlüssel weg: und wehe der verhängnissvollen Neubegier, die durch eine Spalte einmal aus dem Bewusstseinszimmer heraus und hinab zu sehen vermöchte und die jetzt ahnte, dass auf dem Erbarmungslosen, dem Gierigen, dem Unersättlichen, dem Mörderischen der Mensch ruht, in der Gleichgültigkeit seines Nichtwissens, und gleichsam auf dem Rücken eines Tigers in Träumen hängend. Woher, in aller Welt, bei dieser Constellation der Trieb zur Wahrheit !

Soweit das Individuum sich gegenüber andern Individuen erhalten will, benutzte es in einem natürlichen Zustande der Dinge den Intellekt zumeist nur zur Verstellung; weil aber der Mensch zugleich aus Noth und Langeweile gesellschaftlich und heerdenweise existiren will, braucht er einen Friedensschluss und trachtet darnach, dass wenigstens das allergröbste bellum omnium contra omnes aus seiner Welt verschwinde. Dieser Friedensschluss bringt aber etwas mit sich, was wie der erste Schritt zur Erlangung jenes räthselhaften Wahrheitstriebes aussieht. Jetzt wird nämlich das fixirt, was von nun an "Wahrheit" sein soll d. h. es wird eine gleichmässig gültige und verbindliche Bezeichnung der Dinge erfunden und die Gesetzgebung der Sprache giebt auch die ersten Gesetze der Wahrheit: denn es entsteht hier zum ersten Male der Contrast von Wahrheit und Lüge: der Lügner gebraucht die gültigen Bezeichnungen, die Worte, um das Unwirkliche als wirklich erscheinen zu machen; er sagt z. B. ich bin reich, während für diesen Zustand gerade "arm" die richtige Bezeichnung wäre. Er missbraucht die festen Conventionen durch beliebige Vertauschungen oder gar Umkehrungen der Namen. Wenn er dies in eigennütziger und übrigens Schaden bringender Weise thut, so wird ihm die Gesellschaft nicht mehr trauen und ihn dadurch von sich ausschliessen. Die Menschen fliehen dabei das Betrogenwerden nicht so sehr, als das Beschädigtwerden durch Betrug. Sie hassen auch auf dieser Stufe im Grunde nicht die Täuschung sondern die schlimmen, feindseligen Folgen gewisser Gattungen von Täuschungen. In einem ähnlichen beschränkten Sinne will der Mensch auch nur die Wahrheit. Er begehrt die angenehmen, Leben erhaltenden Folgen der Wahrheit; gegen die reine folgenlose Erkenntniss ist er gleichgültig, gegen die vielleicht schädlichen und zerstörenden Wahrheiten sogar feindlich, gestimmt. Und überdies: wie steht es mit jenen Conventionen der Sprache? Sind sie vielleicht Erzeugnisse der Erkenntniss, des Wahrheitssinnes: decken sich die Bezeichnungen und die Dinge? Ist die Sprache der adäquate Ausdruck aller Realitäten!

Nur durch Vergesslichkeit kann der Mensch je dazu kommen zu wähnen: er besitze eine Wahrheit in dem eben bezeichneten Grade. Wenn er sich nicht mit der Wahrheit in der Form der Tautologie d. h. mit leeren Hülsen begnügen will, so wird er ewig Illusionen für Wahrheiten einhandeln. Was ist ein Wort! Die Abbildung eines Nervenreizes in Lauten. Von dem Nervenreiz aber weiterzuschliessen auf eine Ursache ausser uns, ist bereits das Resultat einer falschen und unberechtigten Anwendung des Satzes vom Grunde. Wie dürften wir, wenn die Wahrheit bei der Genesis der Sprache, der Gesichtspunkt der Gewissheit bei den Bezeichnungen allein entscheidend gewesen wäre, wie dürften wir doch sagen: der Stein ist hart: als ob uns ,hart" noch sonst bekannt wäre und nicht nur als eine ganz subjektive Reizung! Wir theilen die Dinge nach Geschlechtern ein, wir bezeichnen den Baum als männlich, die Pflanze als weiblich: welche willkürlichen Übertragungen! Wie weit hinausgeflogen über den Canon der Gewissheit! Wir reden von einer Schlange: die Bezeichnung trifft nichts als das Sichwinden, könnte also auch dem Wurme zukommen. Welche willkürlichen Abgrenzungen, welche einseitigen Bevorzugungen bald der bald jener Eigenschaft eines Dinges! Die verschiedenen Sprachen neben einander gestellt zeigen, dass es bei den Worten nie auf die Wahrheit, nie auf einen adäquaten Ausdruck ankommt: denn sonst gäbe es nicht so viele Sprachen. Das „Ding an sich“ (das würde eben die reine folgenlose Wahrheit sein) ist auch dem Sprachbildner ganz unfasslich und ganz und gar nicht erstrebenswerth. Er bezeichnet nur die Relationen der Dinge zu den Menschen und nimmt zu deren Ausdrucke die kühnsten Metaphern zu Hülfe. Ein Nervenreiz zuerst übertragen in ein Bild! erste Metapher. Das Bild wieder nachgeformt in einen Laut! Zweite Metapher. Und jedesmal vollständiges Ueberspringen der Sphäre, mitten hinein in eine ganz andere und neue. Man kann sich einen Menschen denken, der ganz taub ist und nie eine Empindung des Tones und der Musik gehabt hat: wie dieser etwa die Chladnischen Klangfiguren im Sande anstaunt, ihre Ursachen im Erzittern der Saite findet und nun darauf schwören wird, jetzt müsse er wissen, was die Menschen den Ton nennen, so geht es uns allen mit der Sprache. Wir glauben etwas von den Dingen selbst zu wissen, wenn wir von Bäumen, Farben, Schnee und Blumen reden und besitzen doch nichts als Metaphern der Dinge, die der ursprünglichen Wesenheiten ganz und gar nicht entsprechen. Wie der Ton als Sandfigur, so nimmt sich das räthselhafte X des Dings an sich einmal als Nervenreiz, dann als Bild, endlich als Laut aus. Logisch geht es also jedenfalls nicht bei der Entstehung der Sprache zu, und das ganze Material worin und womit später der Mensch der Wahrheit, der Forscher, der Philosoph arbeitet und baut, stammt, wenn nicht aus Wolkenkukuksheim, so doch jedenfalls nicht aus dem Wesen der Dinge. Denken wir besonders noch an die Bildung der Begriffe: jedes Wort wird sofort dadurch Begriff, dass es eben nicht für das einmalige ganz und gar individualisirte Urerlebniss, dem es sein Entstehen verdankt, etwa als Erinnerung dienen soll, sondern zugleich für zahllose, mehr oder weniger ähnliche, d. h. streng genommen niemals gleiche, also auf lauter ungleiche Fälle passen muss. Jeder Begriff entsteht durch Gleichsetzen des Nicht-Gleichen. So gewiss nie ein Blatt einem anderen ganz gleich ist, so gewiss ist der Begriff Blatt durch beliebiges Fallenlassen dieser individuellen Verschiedenheiten, durch ein Vergessen des Unterscheidenden gebildet und erweckt nun die Vorstellung, als ob es in der Natur ausser den Blättern etwas gäbe, das "Blatt" wäre, etwa eine Urform, nach der alle Blätter gewebt, gezeichnet, abgezirkelt, gefärbt, gekräuselt, bemalt wären, aber von ungeschickten Händen, so dass kein Exemplar correkt und zuverlässig als treues Abbild der Urform ausgefallen wäre. Wir nennen einen Menschen ehrlich; warum hat er heute so ehrlich gehandelt? fragen wir. Unsere Antwort pflegt zu lauten: seiner Ehrlichkeit wegen. Die Ehrlichkeit! das heisst wieder: das Blatt ist die Ursache der Blätter. Wir wissen ja gar nichts von einer wesenhaften Qualität, die die Ehrlichkeit hiesse, wohl aber von zahlreichen individualisirten, somit ungleichen Handlungen, die wir durch Weglassen des Ungleichen gleichsetzen und jetzt als ehrliche Handlungen bezeichnen; zuletzt formuliren wir aus ihnen eine qualitas occulta mit dem Namen die Ehrlichkeit.

Das Uebersehen des Individuellen und Wirklichen giebt uns den Begriff, wie es uns auch die Form giebt, wohingegen die Natur keine Formen und Begriffe, also auch keine Gattungen kennt, sondern nur ein für uns unzugängliches und undefinirbares X. Denn auch unser Gegensatz von Individuum und Gattung ist anthropomorphisch und entstammt nicht dem Wesen der Dinge wenn wir auch nicht zu sagen wagen, dass er ihm nicht entspricht das wäre nämlich eine dogmatische Behauptung und als solche ebenso unerweislich wie ihr Gegentheil.

Was ist also Wahrheit? Ein bewegliches Heer von Metaphern, Metonymien, Anthropomorphismen , kurz eine Summe von menschlichen Relationen, die, poetisch und rhetorisch gesteigert übertragen, geschmückt wurden, und die nach langem Gebrauch einem Volke fest, canonisch und verbindlich dünken: die Wahrheiten sind Illusionen, von denen man vergessen hat, dass sie welche sind, Metaphern, die abgenutzt und sinnlich kraftlos geworden sind, Münzen, die ihr Bild verloren haben und nun als Metall, nicht mehr als Münzen in Betracht kommen. Wir wissen immer noch nicht, woher der Trieb zur Wahrheit stammt: denn bis jetzt haben wir nur von der Verpflichtung gehört, die die Gesellschaft, um zu existiren, stellt, wahrhaft zu sein, d. h. die usuellen Metaphern zu brauchen, also moralisch ausgedrückt: von der Verpflichtung nach einer festen Convention zu lügen, schaarenweise in einem für alle verbindlichen Stile zu lügen. Nun vergisst freilich der Mensch, dass es so mit ihm steht; er lügt also in der bezeichneten Weise unbewusst und nach hundertjährigen Gewöhnungen - und kommt eben d u r c h d i e s e U n b e w u s s t h e i t , eben durch dies Vergessen zum Gefühl der Wahrheit. An dem Gefühl verpflichtet zu sein, ein Ding als roth, ein anderes als kalt, ein drittes als stumm zu bezeichnen, erwacht eine moralische auf Wahrheit sich beziehende Regung: aus dem Gegensatz des Lügners, dem Niemand traut, den alle ausschliessen, demonstrirt sich der Mensch das Ehrwürdige, Zutrauliche und Nützliche der Wahrheit. Er stellt jetzt sein Handeln als v e r n ü n f t i g e s Wesen unter die Herrschaft der Abstractionen; er leidet es nicht mehr, durch die plötzlichen Eindrücke, durch die Anschauungen fortgerissen zu werden, er verallgemeinert alle diese Eindrücke erst zu entfärbteren, kühleren Begriffen, um an sie das Fahrzeug seines Lebens und Handelns anzuknüpfen. Alles, was den Menschen gegen das Thier abhebt, hängt von dieser Fähigkeit ab, die anschaulichen Metaphern zu einem Schema zu verflüchtigen, also ein Bild in einen Begriff aufzulösen; im Bereich jener Schemata nämlich ist etwas möglich, was niemals unter den anschaulichen ersten Eindrücken gelingen möchte: eine pyramidale Ordnung nach Kasten und Graden aufzubauen, eine neue Welt von Gesetzen, Privilegien, Unterordnungen, Gränzbestimmungen zu schaffen, die nun der anderen anschaulichen Welt der ersten Eindrücke gegenübertritt, als das Festere, Allgemeinere, Bekanntere, Menschlichere und daher als das Regulirende und Imperativische. Während jede Anschauungsmetapher individuell und ohne ihres Gleichen ist und deshalb allem Rubriciren immer zu entfliehen weiss, zeugt der grosse Bau der Begriffe die starre Regelmässigkeit eines römischen Columbariums und athmet in der Logik jene Strenge und Kühle aus, die der Mathematik zu eigen ist. Wer von dieser Kühle angehaucht wird, wird es kaum glauben, dass auch der Begriff, knöchern und 8eckig wie ein Würfel und versetzbar wie jener, doch nur als das R e s i d u u m e i n e r M e t a p h e r übrig bleibt, und dass die Illusion der künstlerischen Uebertragung eines Nervenreizes in Bilder, wenn nicht die Mutter so doch die Grossmutter eines jeden Begriffs ist. Innerhalb dieses Würfelspiels der Begriffe heisst aber "Wahrheit" - jeden Würfel so zu gebrauchen, wie er bezeichnet ist; genau seine Augen zu zählen, richtige Rubriken zu bilden und nie gegen die Kastenordnung und gegen die Reihenfolge der Rangklassen zu verstossen. Wie die Römer und Etrusker sich den Himmel durch starre mathematische Linien zerschnitten und in einen solchermaassen abgegrenzten Raum als in ein templum einen Gott bannten, so hat jedes Volk über sich einen solchen mathematisch zertheilten Begriffshimmel und versteht nun unter der Forderung der Wahrheit, dass jeder Begriffsgott nur in s e i n e r Sphäre gesucht werde. Man darf hier den Menschen wohl bewundern als ein gewaltiges Baugenie, dem auf beweglichen Fundamenten und gleichsam auf fliessendem Wasser das Aufthürmen eines unendlich komplicirten Begriffsdomes gelingt; freilich, um auf solchen Fundamenten Halt zu finden, muss es ein Bau, wie aus Spinnefäden sein, so zart, um von der Welle mit fortgetragen, so fest, um nicht von dem Winde auseinander geblasen zu werden. Als Baugenie erhebt sich solcher Maassen der Mensch weit über die Biene: diese baut aus Wachs, das sie aus der Natur zusammenholt, er aus dem weit zarteren Stoffe der Begriffe, die er erst aus sich fabriciren muss. Er ist hier sehr zu bewundern -- aber nur nicht wegen seines Triebes zur Wahrheit, zum reinen Erkennen der Dinge.

Wenn jemand ein Ding hinter einem Busche versteckt, es eben dort wieder sucht und auch findet, so ist an diesem Suchen und Finden nicht viel zu rühmen: so aber steht es mit dem Suchen und Finden der "Wahrheit" innerhalb des Vernunft-Bezirkes. Wenn ich die Definition des Säugethiers mache und dann erkläre, nach Besichtigung eines Kamels: Siehe, ein Säugethier, so wird damit eine Wahrheit zwar an das Licht gebracht, aber sie ist von begränztem Werthe, ich meine, sie ist durch und durch anthropomorphisch und enthält keinen einzigen Punct, der "wahr an sich", wirklich und allgemeingültig, abgesehen von dem Menschen, wäre. Der Forscher nach solchen Wahrheiten sucht im Grunde nur die Metamorphose der Welt in den Menschen; er ringt nach einem Verstehen der Welt als eines menschenartigen Dinges und erkämpft sich besten Falls das Gefühl einer Assimilation. Aehnlich wie der Astrolog die Sterne im Dienste der Menschen und im Zusammenhange mit ihrem Glück und Leide betrachtet, so betrachtet ein solcher Forscher die ganze Welt als geknüpft an den Menschen, als den unendlich gebrochenen Wiederklang eines Urklanges, des Menschen, als das vervielfältigte Abbild des einen Urbildes, des Menschen. Sein Verfahren ist: den Menschen als Maass an alle Dinge zu halten, wobei er aber von dem Irrthume ausgeht, zu glauben, er habe diese Dinge unmittelbar als reine Objekte vor sich. Er vergisst also die originalen Anschauungsmetaphern als Metaphern und nimmt sie als die Dinge selbst.

Nur durch das Vergessen jener primitiven Metapherwelt, nur durch das Hart- und Starr-Werden einer ursprünglich in hitziger Flüssigkeit aus dem Urvermögen menschlicher Phantasie hervorströmenden Bildermasse, nur durch den unbesiegbaren Glauben, d i e s e Sonne, d i e s e s Fenster, dieser Tisch sei eine Wahrheit an sich, kurz nur dadurch, dass der Mensch sich als Subjekt und zwar als k ü n s t l e r i s c h

s c h a f f e n d e s Subjekt vergisst, lebt er mit einiger Ruhe, Sicherheit und Consequenz; wenn er einen Augenblick nur aus den Gefängnisswänden dieses Glaubens heraus könnte, so wäre es sofort mit seinem "Selbstbewusstsein" vorbei. Schon dies kostet ihm Mühe, sich einzugestehen, wie das Insekt oder der Vogel eine ganz andere Welt percipiren als der Mensch, und dass die Frage, welche von beiden Weltperceptionen richtiger ist, eine ganz sinnlose ist, da hierzu bereits mit dem Massstabe der r i c h t i g e n P e r c e p t i o n d. h. mit einem n i c h t v o r h a n d e n e n Maassstabe gemessen werden müsste. Überhaupt aber scheint mir die richtige Perception - das würde heissen der adäquate Ausdruck eines Objekts im Subjekt - ein widerspruchsvolles Unding: denn zwischen zwei absolut verschiedenen Sphären wie zwischen Subjekt und Objekt giebt es keine Causalität, keine Richtigkeit, keinen Ausdruck, sondern höchstens ein

ä s t h e t i s c h e s Verhalten, im meine eine andeutende Uebertragung, eine nachstammelnde Uebersetzung in eine ganz fremde Sprache. Wozu es aber jedenfalls einer frei dichtenden und frei erfindenden Mittel-Sphäre und Mittelkraft bedarf. Das Wort Erscheinung enthält viele Verführungen, weshalb ich es möglichst vermeide; denn es ist nicht wahr, dass das Wesen der Dinge in der empirischen Welt erscheint. Ein Maler, dem die Hände fehlen und der durch Gesang das ihm vorschwebende Bild ausdrücken wollte wird immer noch mehr bei dieser Vertauschung der Sphären verrathen, als die empirische Welt vom Wesen der Dinge verräth. Selbst das Verhältniss eines Nervenreizes zu dem hervorgebrachten Bilde ist an sich kein nothwendiges; wenn aber eben dasselbe Bild Millionen Mal hervorgebracht und durch viele Menschengeschlechter hindurch vererbt ist, ja zuletzt bei der gesammten Menschheit jedesmal in Folge desselben Anlasses erscheint, so bekommt es endlich für den Menschen dieselbe Bedeutung, als ob es das einzig nothwendige Bild sei und als ob jenes Verhältniss des ursprünglichen Nervenreizes zu dem hergebrachten Bilde ein strenges Causalitätsverhältniss sei; wie ein Traum, ewig wiederholt, durchaus als Wirklichkeit empfunden und beurtheilt werden würde, Aber das Hart- und Starr-Werden einer Metapher verbürgt durchaus nichts für die Nothwendigkeit und ausschliessliche Berechtigung dieser Metapher.

Es hat gewiss jeder Mensch, der in solchen Betrachtungen heimisch ist, gegen jeden derartigen Idealismus ein tiefes Misstrauen empfunden, so oft er sich einmal recht deutlich von der ewigen Consequenz, Allgegenwärtigkeit und Unfehlbarkeit der Naturgesetze überzeugte; er hat den Schluss gemacht: hier ist alles, soweit wir dringen, nach der Höhe der teleskopischen und nach der Tiefe der mikroskopischen Welt, so sicher, ausgebaut, endlos, gesetzmässig und ohne Lücken; die Wissenschaft wird ewig in diesen Schachten mit Erfolg zu graben haben und alles Gefundene wird zusammenstimmen und sich nicht widersprechen. Wie wenig gleicht dies einem Phantasieerzeugniss: denn wenn es dies wäre, müsste es doch irgendwo den Schein und die Unrealität errathen lassen. Dagegen ist einmal zu sagen: hätten wir noch, jeder für sich eine verschiedenartige Sinnesempfindung, könnten wir selbst nur bald als Vogel, bald als Wurm, bald als Pflanze percipiren, oder sähe der eine von uns denselben Reiz als roth, der andere als blau, hörte ein Dritter ihn sogar als Ton, so würde niemand von einer solchen Gesetzmässigkeit der Natur reden. sondern sie nur als ein höchst subjectives Gebilde begreifen. Sodann: was ist für uns überhaupt ein Naturgesetz; es ist uns nicht an sich bekannt, sondern nur in seinen Wirkungen d. h. in seinen Relationen zu anderen Naturgesetzen, die uns wieder nur als Relationen bekannt sind. Also verweisen alle diese Relationen immer nur wieder auf einander und sind uns ihrem Wesen nach unverständlich durch und durch; nur das, was wir hinzubringen, die Zeit, der Raum, also Successionsverhältnisse und Zahlen sind uns wirklich daran bekannt. Alles Wunderbare aber, das wir gerade an den Naturgesetzen anstaunen, das unsere Erklärung fordert und uns zum Misstrauen gegen den Idealismus verführen könnte, liegt gerade und ganz allein nur in der mathematischen Strenge und Unverbrüchlichkeit der Zeit- und Raum-Vorstellungen. Diese aber produciren wir in uns und aus uns mit jener Nothwendigkeit, mit der die Spinne spinnt; wenn wir gezwungen sind, alle Dinge nur unter diesen Formen zu begreifen, so ist es dann nicht mehr wunderbar, dass wir an allen Dingen eigentlich nur eben diese Formen begreifen: denn sie alle müssen die Gesetze der Zahl in sich tragen, und die Zahl gerade ist das Erstaunlichste in den Dingen. Alle Gesetzmässigkeit, die uns im Sternenlauf und im chemischen Process so imponirt, fällt im Grund mit jenen Eigenschaften zusammen, die wir selbst an die Dinge heranbringen, so dass wir damit uns selber imponiren. Dabei ergiebt sich allerdings, dass jene künstlerische Metapherbildung, mit der in uns jede Empfindung beginnt, bereits jene Formen voraussetzt, also in ihnen vollzogen wird; nur aus dem festen Verharren dieser Urformen erklärt sich die Möglichkeit, wie nachher wieder aus den Metaphern selbst ein Bau der Begriffe constituirt werden sollte. Dieser ist nämlich eine Nachahmung der Zeit- Raum- und Zahlenverhältnisse auf dem Boden der Metaphern.

2.

An dem Bau der Begriffe arbeitet ursprünglich, wie wir sehen, die S p r a c h e , in späteren Zeiten die

W i s s e n s c h a f t. Wie die Biene zugleich an den Zellen baut und die Zellen mit Honig füllt, so arbeitet die Wissenschaft unaufhaltsam an jenem grossen Columbarium der Begriffe, der Begräbnissstätte der Anschauung. baut immer neue und höhere Stockwerke, stützt, reinigt, erneut die alten Zellen, und ist vor allem bemüht, jenes in's Ungeheure aufgethürmte Fachwerk zu füllen und die ganze empirische Welt d. h. die anthropomorphische Welt hineinzuordnen. Wenn schon der handelnde Mensch sein Leben an die Vernunft und ihre Begriffe bindet, um nicht fortgeschwemmt zu werden und sich nicht selbst zu verlieren, so baut der Forscher seine Hütte dicht an den Thurmbau der Wissenschaft, um an ihm mithelfen zu können und selbst Schutz unter dem vorhandenen Bollwerk zu finden. Und Schutz braucht er: denn es giebt furchtbare Mächte, die fortwährend auf ihn eindringen, und die der wissenschaftlichen Wahrheit ganz anders geartete "Wahrheiten" mit den verschiedenartigsten Schildzeichen entgegenhalten.

Jener Trieb zur Metapherbildung, jener Fundamentaltrieb des Menschen, den man keinen Augenblick wegrechnen kann, weil man damit den Menschen selbst wegrechnen würde, ist dadurch, dass aus seinen verflüchtigten Erzeugnissen, den Begriffen, eine reguläre und starre neue Welt als eine Zwingburg für ihn gebaut wird, in Wahrheit nicht bezwungen und kaum gebändigt. Er sucht sich ein neues Bereich seines Wirkens und ein anderes Flussbette und findet es im Mythus und überhaupt in der Kunst. Fortwährend verwirrt er die Rubriken und Zellen der Begriffe dadurch dass er neue Ueberrragungen, Metaphern, Metonymien hinstellt, fortwährend zeigt er die Begierde, die vorhandene Welt des wachen Menschen so bunt unregelmässig folgenlos unzusammenhängend, reizvoll und ewig neu zu gestalten, wie es die Welt des Traumes ist. An sich ist ja der wache Mensch nur durch das starre und regelmässige Begriffsgespinnst darüber im Klaren, dass er wache, und kommt eben deshalb mitunter in den Glauben, er träume, wenn jenes Begriffsgespinnst einmal durch die Kunst zerrissen wird. Pascal hat Recht, wenn er behauptet, dass wir, wenn uns jede Nacht derselbe Traum käme, davon eben so beschäftigt würden, als von den Dingen, die wir jeden Tag sehen: "Wenn ein Handwerker gewiss wäre jede Nacht zu träumen volle zwölf Stunden hindurch, dass er König sei, so glaube ich, sagt Pascal, dass er eben so glücklich wäre, als ein König welcher alle Nächte während zwölf Stunden träumte er sei Handwerker". Der wache Tag eines mythisch erregten Volkes, etwa der älteren Griechen, ist durch das fortwährend wirkende Wunder, wie es der Mythus annimmt, in der That dem Traume ähnlicher als dem Tag des wissenschaftlich ernüchterten Denkers. Wenn jeder Baum einmal als Nymphe reden oder unter der Hülle eines Stieres ein Gott Jungfrauen wegschleppen kann, wenn die Göttin Athene selbst plötzlich gesehen wird, wie sie mit einem schönen Gespann in der Begleitung des Pisistratus durch die Märkte Athens fährt -- und das glaubte der ehrliche Athener - so ist in jedem Augenblicke wie im Traume, alles möglich, und die ganze Natur umschwärmt den Menschen, als ob sie nur die Maskerade der Götter wäre, die sich nur einen Scherz daraus machten, in allen Gestalten den Menschen zu täuschen.

Der Mensch selbst aber hat einen unbesiegbaren Hang, sich täuschen zu lassen und ist wie bezaubert vor Glück, wenn der Rhapsode ihm epische Märchen wie wahr erzählt oder der Schauspieler im Schauspiel den König noch königlicher agirt, als ihn die Wirklichkeit zeigt. Der Intellekt, jener Meister der Verstellung, ist so lange frei, und seinem sonstigen Sklavendienste enthoben, als er täuschen kann, ohne zu s c h a d e n und feiert dann seine Saturnalien ; nie ist er üppiger, reicher, stolzer, gewandter und verwegener. Mit schöpferischem Behagen wirft er die Metaphern durcheinander und verrückt die Gränzsteine der Abstraktion, so dass er z. B. den Strom als den beweglichen Weg bezeichnet, der den Menschen trägt, dorthin, wohin er sonst geht. Jetzt hat er das Zeichen der Dienstbarkeit von sich geworfen: sonst mit trübsinniger Geschäftigkeit bemüht, einem armen Individuum, dem es nach Dasein gelüstet, den Weg und die Werkzeuge zu zeigen und wie ein Diener für seinen Herrn auf Raub und Beute ausziehend ist er jetzt zum Herrn geworden und darf den Ausdruck der Bedürftigkeit aus seinen Mienen wegwischen. Was er jetzt: auch thut, Alles trägt im Vergleich mit seinem früheren Thun die Verstellung, wie das frühere die Verzerrung an sich. Er copirt das Menschenleben, nimmt es aber für eine gute Sache und scheint mit ihm sich recht zufrieden zu geben. Jenes ungeheure Gebälk und Bretterwerk der Begriffe, an das sich klammernd der bedürftige Mensch sich durch das Leben rettet, ist dem freigewordenen Intellekt nur ein Gerüst und ein Spielzeug für seine verwegensten Kunststücke: und wenn er es zerschlägt, durcheinanderwirft, ironisch wieder zusammensetzt, das Fremdeste paarend und das Nächste trennend, so offenbart er, dass er jene Nothbehelfe der Bedürftigkeit nicht braucht, und dass er jetzt nicht von Begriffen sondern von Intuitionen geleitet wird. Von diesen Intuitionen aus führt kein regelmässiger Weg in das Land der gespenstischen Schemata, der Abstraktionen: für sie ist das Wort nicht gemacht, der Mensch verstummt, wenn er sie sieht, oder redet in lauter verbotenen Metaphern und unerhörten Begriffsfügungen, um wenigstens durch das Zertrümmern und Verhöhnen der alten Begriffsschranken dem Eindrucke der mächtigen gegenwärtigen Intuition schöpferisch zu entsprechen.

Es giebt Zeitalter, in denen der vernünftige Mensch und der intuitive Mensch neben einander stehen, der eine in Angst vor der Intuition, der andere mit Hohn über die Abstraction; der letztere eben so unvernünftig, als der erstere unkünstlerisch ist. Beide begehren über das Leben zu herrschen: dieser, indem er durch Vorsorge, Klugheit, Regelmässigkeit den hauptsächlichsten Nöten zu begegnen weiss, jener indem er als ein "überfroher Held" jene Nöthe nicht sieht und nur das zum Schein und zur Schönheit verstellte Leben als real nimmt. Wo einmal der intuitive Mensch, etwa wie im älteren Griechenland seine Waffen gewaltiger und siegreicher führt, als sein Widerspiel, kann sich günstigen Falls eine Kultur gestalten, und die Herrschaft der Kunst über das Leben sich gründen; jene Verstellung, jenes Verläugnen der Bedürftigkeit, jener Glanz der metaphorischen Anschauungen und überhaupt jene Unmittelbarkeit der Täuschung begleitet alle Aeusserungen eines solchen Lebens. Weder das Haus, noch der Schritt, noch die Kleidung, noch der thönerne Krug verrathen dass die Nothdurft sie erfand; es scheint so als ob in ihnen allen ein erhabenes Glück und eine olympische Wolkenlosigkeit und gleichsam ein Spielen mit dem Ernste ausgesprochen werden sollte. Während der von Begriffen und Abstractionen geleitete Mensch durch diese das Unglück nur abwehrt, ohne selbst aus den Abstraktionen sich Glück zu erzwingen, während er nach möglichster Freiheit von Schmerzen trachtet, erntet der intuitive Mensch, inmitten einer Kultur stehend, bereits von seinen Intuitionen, ausser der Abwehr des Uebels eine fortwährend einströmende Erhellung, Aufheiterung, Erlösung. Freilich leidet er heftiger, w e n n er leidet; ja er leidet auch öfter, weil er aus der Erfahrung nicht zu lernen versteht und immer wieder in dieselbe Grube fällt, in die er einmal gefallen. Im Leide ist er dann ebenso unvernünftig wie im Glück, er schreit laut und hat keinen Trost. Wie anders steht unter dem gleichen Missgeschick der stoische , an der Erfahrung belehrte, durch Begriffe sich beherrschende Mensch da! Er, der sonst nur Aufrichtigkeit, Wahrheit, Freiheit von Täuschungen und Schutz vor berückenden Ueberfällen sucht, legt jetzt, im Unglück, das Meisterstück der Verstellung ab, wie jener im Glück; er trägt kein zuckendes und bewegliches Menschengesicht, sondern gleichsam eine Maske mit würdigem Gleichmaasse der Züge, er schreit nicht und verändert nicht einmal seine Stimme. Wenn eine rechte Wetterwolke sich über ihn ausgiesst, so hüllt er sich in seinen Mantel und geht langsamen Schrittes unter ihr davon.

Plato

Excerpt from D. PHILIP CARNEY Tropological Language (Forthcoming, 2008)

Born: 428 BC in Athens, Greece
Died: 347 BC in Athens, Greece

Plato presided over his Academy in Athens, an institution devoted to research and instruction in philosophy and the sciences.

Plato seems as a young man to have been set on a political career. The excesses of Athenian political life seem to have persuaded him to give up political ambitions. In particular, the execution of Socrates in 399 BC had a profound effect on him.

Plato left Athens after his master, Socrates, had been executed and travelled in Egypt, Sicily and Italy. In Italy he learned of the work of Pythagoras and came to appreciate the value of mathematics. On his return to Athens he founded, on land which had belonged to Academos, a school of learning which being situated in the grove of Academos was called the Academy.

Plato presided over his Academy in Athens, an institution devoted to research and instruction in philosophy and the sciences, from 387 BC until his death.

All important mathematical work of the 4th C BC was done by friends and pupils of Plato. Although he made no important mathematical discoveries himself, his belief that mathematics provides the finest training for the mind was extremely important in the development of the subject.

Over the door of the Academy was written:

Let no one unversed in geometry enter here.

Plato concentrated on the idea of ‘proof’ and insisted on accurate definitions and clear hypotheses. This laid the foundations for Euclid’s systematic approach to mathematics.

Plato’s Academy florished until 529 AD when it was closed down by the Christian Emperor Justinian who claimed it was a pagan establishment.

John Searle

Excerpt from D. PHILIP CARNEY Tropological Language (Forthcoming, 2008)

Searle (1979) offers a treatment of metaphor from the perspective of speech act theory, in which a statement possesses both a Speaker Utterance Meaning (SUM) and a Literal Sentence Meaning (LSM). In this model, the SUM of a statement is that meaning the speaker wishes to convey to the hearer, while the LSM is that meaning to be found by analysing the truth conditions of the sentence, independent of the speaker’s intentionality. A statement is thus ‘literal’ whenever the SUM and LSM are the same, i.e., the speaker both means what he says and says what he means. A metaphorical utterance, however, as with other rhetorical devices such as irony and hyperbolae, exhibits a rift between SUM and LSM, which is reconciled by the hearer via the construction of a figurative interpretation.

When adhering to the social contract that underlies a conversation, the speaker will normally endeavour to minimise the conceptual distance between LSM and SUM, inasmuch as he wishes to be understood by the hearer (this consideration is embodied in the Gricean ‘Principle of Co-operation’, discussed in Coulthard 1985). From this speech act perspective, literal truth can be viewed as a form of semantic ‘honesty’ or ‘plainness’, that is, the hearer believes the speaker to mean what he says, and thus to say what he means in as co-operative a fashion as possible. Consider, for example, the statement ‘My friend is walking on air’, which supports both a literal and metaphoric interpretation, the latter being preferable in a null context. Note, however, the statement contains no semantic anomaly that would give preference to a figurative reading – one could contrive a technological context in which one’s friend really was walking on air, or a fictional context, in which one’s friend was Superman, Peter Pan or Tinkerbell. In fact, it is not so much a case of a figurative reading being triggered, in a sense, by some overtly recognisable aspect of the statement – it simply happens that the metaphoric interpretation makes fewer demands upon the reader/hearer’s credulity, while the literal interpretation demands that the hearer construct a complex model of explanation founded upon tenuous and implausible hypotheses. In effect, it is the application of Occam’s Razor, rather than the detection of a semantic anomaly, that ear-marks the statement as figurative.

As this example demonstrates, valid models may be constructed for both a metaphoric and a literal interpretation, and therefore the classification of an utterance as either literal or figurative is more than a matter of truth conditions and semantic anomaly; it is essentially a matter of hearer credulity. The hearer brings to bear both consensus knowledge, and personal experience as a situated agent in the world, to decide upon that interpretation that best fits the conversational (or narrative) context.

Often the speaker may anticipate an unwillingness on the part of the hearer to accept a particular intended interpretation, due to the excessive demands it makes upon his world model, and may therefore qualify his utterance with an adverbial modifier such as ‘honestly’, ‘actually’, ‘really’ or ‘literally’. This qualification serves to bolster the hearer’s readiness to arrive at an otherwise tenuous interpretation. As Way (1991) has observed, this usage of ‘actually’ or ‘literally’ as a conversational strategy is the predominant, consensus meaning of the word ‘literal’. Literality in this sense is not simply a matter of semantic correctness or orthodoxy, but a measure of semantic credibility. When explicitly invoked in an utterance, a literal qualifier often serves to overturn the most plausible interpretation in favour of one less likely, providing, in Searle’s model, the hearer with an overt marker that the SUM and LSM of the utterance coincide.

The speaker may also feel it necessary to explicitly qualify an utterance in this manner even in cases where there is no competing metaphoric interpretation, or for that matter, no more plausible literal interpretation. As Searle observes, for example, the utterance ‘The Cat is on the ceiling’ is a literal statement, but one that is nevertheless difficult to reconcile with mundane world experience. The speaker may thus qualify his statement in recognition of the difficult interpretation task it presents to the hearer. This phenomenon suggests a intuitionist method of determining the literal content, or measure, of an utterance. The more figurative the intended interpretation of an utterance is, the more its meaning will change when qualified with a literal modifier (such as ‘actually’ or ‘literally’). The more literal the intended interpretation is, however, the more redundant and unnatural such a qualification will seem. Thus the statement ‘Bill is on the golf course’ is literal due to the gross redundancy of using ‘literally’, while ‘Bill is on the phone’ is metaphoric (albeit conventionally so), as attested by the change of meaning incurred by specifying ‘literally’. Likewise, the statement ‘The cat is on the mat’ is seen to be grossly literal. Interestingly, however, the statement ‘The cat is on the ceiling’ yields far more readily to literal qualification, and not only does the modifier ‘literally’ not change the intended meaning of the utterance, it serves to make it all the more palatable. In this sense then, the statement ‘The cat is on the ceiling’ is seen to be somehow less literal than the statement ‘The cat is on the mat’. This would suggest, contrary to Searle’s strict division in terms of the satisfaction (or otherwise) of truth conditions, that literality and figurality comprise a continuum of many shades, rather than a black-and-white dichotomy.

In summary, Searle strives for a treatment of metaphor that is compatible with that of other pragmatic phenomena, such as irony and hyperbolae. The opposition of Literal Sentence Meaning (LSM) and Speaker Utterance Meaning (SUM) implies that metaphor is a form of conversational sleight-of-hand, in essence a lie, that allows the speaker to say one thing (the LSM) but mean another (the SUM). Certainly there is often a multiplicity of meanings inherent in a metaphor, but this arises out of the applicability of different conceptual models to the interpretation of the metaphor, and not from a desire on the part of the speaker to communicate by misdirection. Returning to Searle’s example of the “The cat is on the ceiling”, the multiplicity is a product of at least two different conceptual models of “ONness”, each of which is surely valid in its own context. The first of these models is that employed in “The fly is on the ceiling”, and the second is that which underlies the interpretation of “The cat is on the floor”. Within the idealised conceptual model of a flying insect (to use the terminology of Lakoff 1987), a fly is considered to be free from the dictates of gravity, and thus ceilings, walls and floors become interchangeable. Once the speaker has satisfied himself that the cat is indeed physically attached to the ceiling (by glue, for instance), the effects of gravity upon the cat are also seen to be nullified, and the speaker is thus free to employ the fly/ceiling model to communicate this situation truthfully to the hearer. Within the cat/floor model, however, certain truth-conditions are violated; clearly, the cat is not pressing down upon the ceiling, rather he is pulling upon it, and the ceiling is not pushing back with the expected normal-reaction. If the hearer is restricted to this particular model as a definition of ONness, the speaker would indeed have to say one thing to mean another.

In the final analysis, however, the limitations of Searle’s theory emerge from a fundamental belief in the homogeneity of literal meaning, a belief which represents a denial of the fuzzy rather than absolute nature of the literal/metaphor classification, and a refusal to accept that so-called literal truth is in fact a patchwork of overlapping conceptual models, each with specific contextual limitations on its applicability. These limitations are a product of what might be called an overly Fregean, or early-Wittgenstein, style of rigid analysis, with its emphasis on truth conditions and questions of reference, rather than upon the context-dependent relationship between words and concepts, as considered by the later-Wittgenstein in his theories of family resemblances and language games.

Ivor Richards and Max Black

Excerpt from D. PHILIP CARNEY Tropological Language (Forthcoming, 2008)

A perspective upon metaphor which is currently fashionable, and deservedly so, among both philosophers and computationalists, is the Interaction View, developed by the philosopher Max Black as an elaboration and progression of the work of Ivor Richards (1936). At a general level (and if this theory has a serious flaw, it is this generality and vagueness), the Interaction view claims that metaphor is a cognitively irreducible phenomenon that works not at the level of word combination, but much deeper, arising out of the interactions between the conceptual structures underlying words. But what does it mean to refer to the interaction of conceptual structures – surely any model which acknowledges, even in an oblique manner, the conceptual level of representation must involve some degree of interaction?

It is therefore necessary to distinguish between the process of conceptual combination, and that of conceptual interaction. Combination is a compositional operation which results in an aggregate conceptual structure, one that contains the meanings of the concepts involved. Thus the concepts Red and Box may validly combine to form the aggregate structure Red-Box, whose representation is a compositional arrangement of the concepts Red and Box. However, the existence of the combination Red-Box does not change the meaning of either the concept Red or the concept Box. The combination Red-Box is thus a purely compositional arrangement of concepts, in which the aggregate concept Red-Box derives its meaning from that of Red and Box, but through a relationship which preserves the independence of these component concepts. In contrast, metaphor, as argued by Richards and Black, is a process that transcends simple combination. Consider Black’s metaphor ‘Man is a wolf’; this certainly involves some level of combination, resulting in a new conceptual metaphoric structure, the Man-As-Wolf schema. However, the very existence of this schema changes the meaning of both the Man and Wolf concepts, allowing certain predications normally applied to one to be applied (with perhaps a change in meaning) to the other. This interactionist schema Man-as-Wolf is more than a simple combination, inasmuch as it causes its component concepts to move conceptually closer together, with the effect that people are to some extent dehumanised, and wolves are to a complementary extent anthropomorphised. Because all motion (even conceptual motion) is relative, the metaphor affects not only the way we view people, it must also affect our views on wolves. So while combination is simply an interlocking of two conceptual structures, interaction involves an interchange of predications/associations between the two. Richards refers to this interchange between domains as ‘fundamentally a borrowing between and intercourse of thoughts’.

Lacking a computational paradigm in which to express his theories, and eschewing the logical formalism that so often accompanies a substitution view of metaphor, Black chooses metaphors themselves as a framework in which to couch his model of metaphor. My interpretation of the interaction process described above, as involving the movement together of, and subsequent interchange among, two conceptual structures, arises not only from a specific (and not untendentious) reading of Black’s descriptive analogies, but also from a natural desire to find in Black’s work support for my own particular model of metaphor. In the end, this is the ultimate limitation of Black’s metaphor writings, for while they provide us with an interesting and colourful vocabulary to describe the metaphoric process, their vagueness lends them all the mystique and hermeneutic charm of the cabala. If only we could look beyond his metaphors, to understand the significance of his signs, we begin to think, and some deep insight into the workings of this most creative of mental phenomena would be ours. Inevitably, however, Black’s writings possess no more than the sum of their parts, and like the cabala, are open to numerous conflicting interpretations. Rather than serve as a magnifying glass on the mechanics of metaphor, the interaction view as it is described instead serves more readily as a looking glass, in which various researchers (and I do not exclude myself here) see reflected their own theories. This fact is evidenced by the variety of different computational approaches to metaphor which claim some form of intellectual indebtedness to the interaction view, for instance, Way (1991), Indurkhya (1992), and this current work. In the end, Black’s view is probably best taken not as a model of metaphor, but as perhaps a metatheory, an agenda of how a real model should be created.

As an example of polymorphous nature of the interaction view, consider the following metaphor from Black (1962):

“Suppose I look at the night sky through a piece of heavily smoked glass on which certain lines have been left clear. Then I shall see only the stars that can be made to lie on the lines previously prepared on the screen, and the stars I do see will be seen as organised by the screen’s structure. We can think of the metaphor as such as screen and the system of ‘associated commonplaces’ of the focal world as the network of lines upon the screen.”

Indurkhya considers this analogy to highlight the essential “similarity-creating” powers of metaphor, claiming that the pattern imposed by the screen is a new (rather than previously inherent) view of the tenor (the night sky). But how exactly are we to understand the model conveyed by the metaphor? Do the stars represent entities, and the lines relations among these entities? If so, the analogy can be seen as supporting the Structure Mapping view of Gentner (1983), in which a structure from the vehicle domain is imposed onto the structurally-impoverished tenor domain, thereby organising the entities of the tenor. However, if the stars represent attributes, then the lines provide emphasis to these attributes, and the analogy is seen to support the Salience Imbalance view of Ortony (1979). Gentner for one considers the structure mapping model to be in competition with Ortony’s model (see Gentner & Bowdle 1994). Likewise, from within the framework of his own theory of metaphor, Indurkhya deems malapropos a further elaboration of the night sky analogy by Black, in which the observation that a metaphor often uncovers new aspects of a tenor is likened to the way a telescope discovers new stars that are beyond the range of the naked eye. However, this elaboration might be taken as further support of the structure mapping approach, claiming that the transfer of candidate inference structure into the tenor domain might be responsible for the creation of new entities in the tenor.

To summarise then, Black’s interaction theory is to be praised for the active rôle it assigns to metaphor as a cognitive (rather than a purely rhetorical) device. Alternately, it is to be both praised and damned in the same breath for providing such a clear demonstration of the intrinsic unsoundness of theories which are neither grounded in a mathematical (formal) or computational (algorithmic) framework.

Friedrich Nietzsche

Excerpt from D. PHILIP CARNEY Tropological Language

The most useful of Nietzschean insights is to be found in his treatment of the literal/figurative divide, where he discusses the rôle and origins of metaphor in language:

‘There is no ‘real’ expression and no real knowing apart from metaphor. But deception on this point remains [ ... ] The most accustomed metaphors, the usual ones, now pass for truths and as standards for measuring the rarer ones. The only intrinsic difference here is the difference between custom and novelty, frequency and rarity. Knowing is nothing but working with the favourite metaphors, and imitating which is no longer felt to be an imitation.’

Nietzsche is thus much bolder than Aristotle in his claims of cognitive centrality for metaphor – metaphor is seen here not just as one facet of the human learning process, but as the basis of all knowledge, of all cognition. Human knowledge is ultimately metaphorical, a truth about which we deceive ourselves by holding to such false ideals as literal meaning. The difference between the literal and the figurative is not as that between true and false, but between old and new.

Language is pictured by Nietzsche as forming a constant flux of conceptual accommodation, whereby novel metaphors enter the language and gradually become established, worn to the extremes of conventionality; but in doing, old metaphors provide a framework around which new metaphors can be elaborated. This view is again expounded by Nietzsche using the metaphor of monetary currency:

‘What is truth? A moving army of metaphors, metonymies and anthropomorphisms, in short a summa of human relationships that are being poetically and rhetorically sublimated, transposed, and beautified until, after long and repeated use, a people considers them as solid, canonical, and unavoidable. Truths are illusions whose illusionary nature has been forgotten, metaphors that have been used up and have lost their imprint and that now operate as mere metal, no longer as coins.’

This notion of metaphor as linguistic coinage is much more than colourful rhetoric, it is particularly apt, from the perspective of the Sapir-Whorf view of language forwarded a number of years after Nietzsche. In this view, language shapes the thought processes of a culture, comprising a social contract by which speakers agree to adhere, in effect holding the members of a society to use the same words and to make the same conceptual discriminations. A powerful metaphor carries more value in this linguistic economy, as value is ultimately measured in terms of descriptive utility.

If Nietzsche does not offer a treatment of metaphor amenable to algorithmic expression, what then does he offer? It might be said that Nietzsche has a vested interest in exalting the rôle of metaphor in thought, acting as he does as a philologist, as a philosopher, but foremost as a rhetorical stylist. However, Nietzsche recognises the central rôle of metaphor in thought, and the necessity of understanding the roots of a philosopher’s metaphors before one can truly understand his arguments. To use Kant’s metaphor, one must always be aware of the conceptual spectacles worn by an opponent, and the attendant possibility of conceptual parallax that can confound an argument. Thus a theory of metaphor is essential to a theory of argumentation, and to philosophy itself.

Aristotle on Metaphor

Excerpt from D. PHILIP CARNEY Tropological Language (Forthcoming, 2008)

Aristotle offers us the first theory on the workings of metaphor in The Poetics, in which he claims:

‘Metaphor is the application to one thing of the name belonging to another. We may apply (a) the name of a genus to one of its species, or (b) the name of one species to its genus, or (c) the name of one species to another of the same genus, or (d) the transfer may be based on a proportion.’

In this concise definition, which aspires to tie all the strands of metaphor into a coherent whole, the use of the words genus and spe-cies notifies us immediately that we are about to encounter a theory which is strongly rooted in the type hierarchy, a tradition which is still very much alive today in the computational treatment of meta-phor. Metaphor is seen here as a conceptual phenomenon arising from the manipulation of the type hierarchy: in generating a meta-phor, which is defined here as the transfer of one term onto another, the speaker may (a) move up the hierarchy to a find more general term; (b) move down the hierarchy to find a more specific term; (c) move across the hierarchy to find a sibling term of the same specific-ity; or (d), use the classic proportional analogy A/C = B/D, in which the term combination A:D is allowed to stand for term C, and the combination B:C for the term A. For each of the above cases of metaphor which Aristotle characterises, he offers the following ex-amples:

a) genus to species: ‘Here stands my ship’, in which ‘to be at anchor’ is a specialisation (species) of the more generic term ‘to stand still’.

b) species to genus: ‘Truly ten thousand noble deeds hath Odysseus done’, in which ‘ten thousand deeds’ is a specialisation of the more generic term ‘large number’.

c) species to species: ‘Drawing off the life with bronze’, and ‘Cutting off the water with unwearied bronze’, in which ‘to draw off’ and ‘to cut off’ are each a sibling species of the genus term ‘to take away’.

d) proportional analogy: ‘The wine cup is to Dionysus as the shield is to Ares’, in which the analogy allows the term combination ‘cup of Ares’ to replace ‘shield’, and the combination ‘shield of Diony-sus’ to replace ‘cup’.

There are a number of obvious problems with Aristotle’s treat-ment of metaphor. Firstly, Aristotle places a strong emphasis on the rôle of the type hierarchy in metaphor production and interpretation, which results in altogether unconvincing metaphor derivations that appear overly convenient and contrived. In effect, Aristotle shifts the burden of metaphor interpretation onto an omnicompetent type hier-archy, where he expects that every metaphor can be resolved in terms of a single ontological traversal.

This, however, adheres to the classicist perspective on the repre-sentation of knowledge, and Aristotle cannot be unduly faulted for an approach that has survived in philosophy for two millennia, and which fails to incorporate the recent upheavals in categorisation the-ory as heralded in the work of Rosch & Mervis (1975), and Lakoff (1987). Secondly, Aristotle’s theory essentially advocates a substitu-tionist view of metaphor, inasmuch as one term stands for, or re-places another. Metaphor is not seen in his framework to be an es-sential feature of human communication, rather it is described in The Poetics as a formula for achieving more colourful expression; given a particular term which one wishes to use, Aristotle’s definition above provides four different ways in which that term can be replaced with another. Thirdly, because metaphors are resolved as ontological ma-nipulations, they have no representational status in themselves, and thus they cannot assume the rôle of active conceptual agents in the structuring of other concepts; for instance, there is no room in Aris-totle’s theory for the systematic families of metaphors (such as the spatial metaphors) which underlie much of our common-sense under-standing of the world. Fourthly, because metaphors have no explicit representation in Aristotle’s theory - they essentially exist in the rules of knowledge use, rather than in the knowledge itself - many of the ontological relations which comprise the type hierarchy will them-selves be metaphorical. For example, just as ‘to stand at anchor’ is a species of the genus term ‘to stand still’, then ‘to feel ill’ and ‘to feel unhappy’ must each be a species of the genus term ‘to feel down’, which of course is an instance of the orientation metaphor. Thus Ar-istotle’s theory is fundamentally confused in the division it enforces between knowledge representation and knowledge use.

However, Eco (1981) acknowledges that Aristotle should be praised for treating metaphor as a necessary cognitive function; in this respect, his is a precursor to the romantic view of Rousseau (see De Man, 1973), and Nietzsche. He elucidates this position in his Rhetoric:

‘Accordingly, it is metaphor that is in the highest de-gree instructive [ ... ]. It follows, then, that for style and reasoning alike, that in order to be lively they must give us rapid information. [ ... ] What we like are those that convey information as fast as they are stated - so long as we did not have the knowledge in advance - or that our minds lag only a little behind. With the latter two kinds there is some process of learning.’

This description elevates metaphor beyond the level of sterile comparison, to which it is seemingly relegated in The Poetics, and into the realm of learning, where it can be seen to serve a necessary cognitive function. Thus we obtain a somewhat conflicting view of metaphor from The Poetics and the Rhetoric. On one hand, Aris-totle’s grants high cognitive status to metaphor in claiming that it is not an empty word game, but a vital (lively) process of communica-tion and learning, but on the other, he undermines this elevated status by describing the metaphoric process in overly simplistic ontological terms.

Aristotle

Excerpt from D. PHILIP CARNEY Tropological Language (Forthcoming, 2008)

Born: 384 BC in Stagirus, Macedonia, Greece
Died: 322 BC in Chalcis, Euboea, Greece

Aristotle made important contributions by systematizing deductive logic. He also wrote on physical subjects.

Aristotle was not primarily a mathematician but made important contributions by systematizing deductive logic. He wrote on physical subjects: some parts of his Analytica posteriora show an unusual grasp of the mathematical method.

Aristotle was born in northern Greece. Aristotle had a strong interest in anatomy and the structure of living things in general which helped him to develop a remarkable talent for observation.

In 367 Aristotle became a student at Plato’s Academy in Athens. Soon he became a teacher at the Academy. After Plato’s death in 347 BC, Aristotle joined the court of Hermias of Atarneus. In 343 BC he became tutor to the young Alexander the Great at the court of Philip II of Macedonia.

In 335 B.C. Aristotle founded his own school the Lyceum in Athens. The Academy had become narrow in its interests after Plato’s death but the Lyceum under Aristotle pursued a broader range of subjects. Prominence was given to the detailed study of nature.

After the death of Alexander the Great in 323 B.C., anti-Macedonian feeling in Athens made Aristotle retire to Chalcis where he died the following year.